Dr. Michael Vesper

Der Autor, 1952 in Köln geboren, studierte von 1970 bis 1973 Mathematik und Soziologie an der Universität zu Köln und von 1973 bis 1976 an der Universität Bielefeld mit dem Abschluss als Diplom-Soziologe. 1982 Promotion zum Dr. rer. soc. an der Universität Bielefeld. 1979 war Michael Vesper Gründungsmitglied der Partei DIE GRÜNEN, 1982/83 Sprecher des Landesvorstands der Partei, 1983-1990 Fraktionsgeschäfts- führer der Fraktion DIE GRÜNEN im Bundestag, 1990-1995 Parlamentarischer Geschäfts- führer der Landtagsfraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN. Im Juli 1995 wurde Michael Vesper Minister für Bauen und Wohnen und stellvertretender Minister- präsident, seit Juni 2000 ist er Minister für Städtebau und Wohnen, Kultur und Sport und stellvertretender Minister- präsident von NRW.

Ab in die Mitte!
Die City-Offensive NRW

Ab in die Mitte! Die City-Offensive NRW – ist eine landesweite Stadtmarketing-Aktion. Sie hat sich zum Ziel gesetzt, die Innenstädte durch Kunst- und Kultur-, Sport- und Freizeitprojekte zu beleben und attraktiver zu machen. Die Aktion in Zusammenarbeit des Ministeriums für Städtebau und Wohnen, Kultur und Sport und der großen Handelsunternehmen ist ein klassisches Public-Private-Partnership.

 

 


Dabei sind die in einer Stadt angesiedelten Firmen und Betriebe wichtige Partner für die Zukunft gerade der Zentren: Dem Handel, der Gastronomie und den Kinobetreibern, aber auch Banken und Versicherungen eröffnen sich neue Chancen, wenn sie sich gemeinsam für die Zukunft der Städte engagieren.

 

Die Vorteile liegen auf der Hand: Mit attraktiven Innenstädten lässt sich Kaufkraft binden. Unsere Städte sollen aber nicht nur starke Wirtschaftsstandorte sein, sondern auch attraktive Standorte zum Leben. Deshalb fördern wir kulturelle Kooperation.

 

PPP ist nicht nur ein Schlagwort, sondern ein notwendiges Programm für attraktive Innenstädte. Das Land schafft die Rahmenbedingungen, damit die Städte ihre Kreativität und ihren Mut zu innovativen Ideen und Lösungen auch tatsächlich erfolgreich umsetzen können.

 


Die Realisation

Die Veranstaltungen von „Ab in die Mitte!“ sind auf die lokalen Gegebenheiten abgstimmt. So stärken sie das individuelle Profil der Städte. Die Stadt Bonn zum Beispiel setzte ihrem berühmten Sohn Ludwig van Beethoven im Jahr 2000 ein ungewöhnliches Denkmal, indem sie seine Musik an ungewöhnlichen Orten erklingen ließ: Die Kompositionen waren in den Straßen und Schaufenstern zu hören.

 

In Vlotho besann man sich auf das historische Potenzial der Stadt. Durch das Engagement von Bürgerinnen und Bürgern wurden historische Wegführungen und Plätze wieder entdeckt und in originellen Lichtinstallationen neu in Szene gesetzt.

 


In Gelsenkirchen bildeten Tiere den Themenschwerpunkt der Aktionen, insgesamt 125 kunstvoll gestaltete Pferdeskulpturen waren in der Stadt neu zu entdecken. Zahlreiche Areale der Stadt wurden kurzfristig für Kunst und Veranstaltungen umfunktioniert und gaben so kulturellen Inhalten einen ungewöhnlichen Rahmen.

 

 

 


In Lemgo kamen Tausende von Menschen zu der Veranstaltung „Erlebniswelt Renaissance“ mit Lichtvisionen, Klangwelten und einer Mega-Galerie. In der Galerie wurden 25 bis zu acht Meter große Bilder mit Vergrößerungen von Ornamenten und Figuren in verschiedenen Fassaden des historischen Stadtkerns von Lemgo präsentiert.

 

 

 


1999 nahmen zehn Städte an „Ab in die Mitte!“ teil, im Jahr 2000 – erstmalig als Wettbewerb ausgeschrieben – bewarben sich 53 Städte; eine Jury schlug 27 Bewerbungen zur Prämierung vor. In diesem Jahr liegen bereits 71 Bewerbungen vor, und für 2002 rechnen wir mit einer noch höheren Zahl.

 

Der große Erfolg von „Ab in die Mitte!“ zeigt einmal mehr, welche Potenziale und Entwicklungsperspektiven im Bereich Kunst und Kultur liegen. Zudem haben wir mit dieser Aktion neue Formen der Kooperation umgesetzt, die auch langfristig eine tragfähige Basis der Zusammenarbeit versprechen.

 


Die Idee

Die Innenstädte in NRW stehen vor großen Herausforderungen. Ihre Uniformierung ist kaum zu übersehen: Es mangelt an kreativen Freizeitangeboten, viele Städte haben Probleme mit Sicherheit und Sauberkeit, Vandalismus und Langeweile tun ein Übriges, um die Abwanderung von Bewohnern und Händlern aus den Innenstädten zu beschleunigen. Diesen Problemen müssen wir auf vielen Ebenen begegnen.

 

 


„Ab in die Mitte! Die City-Offensive NRW“ ist gleichzeitig Slogan und Programm. Unser Ziel ist, die Innenstädte wieder zu entdecken, sie attraktiver zu machen und zu vitalisieren. Wir wollen den Menschen ein positives Bild vom Leben in unseren Städten vermitteln. Unsere Städte sind ein kulturelles und ökonomisches Kapital, das gepflegt werden muss. Das wollen wir in den Köpfen und Herzen der Menschen verankern.

 

 


Unsere Städte sind immer schon multifunktionale Zentren, Orte der Kommunikation, des Handels und der Kultur. Städte sind soziale Systeme. Damit sie es bleiben, müssen die infrastrukturellen Angebote einer Stadt die Menschen zum Verweilen und Wiederkommen einladen. Das wollen wir erreichen, indem wir Handel, Gastronomie und Kultur stärken und vernetzen.

 


Unsere Aktion fördert diesen Prozess. Sie nutzt das Potenzial der Städte und präsentiert abwechslungsreiche Veranstaltungen. Die für jede Stadt individuell entwickelten Projekte machen sich den jeweils vorhandenen kulturellen Reichtum zu Nutze. Dabei bieten sich verschiedene Anknüpfungspunkte an: regional, sozial, kulturell oder historisch. Mit „Ab in die Mitte!“ können die Städte ihr ureigenes Profil schärfen. Markenzeichen unserer Städte sind Urbanität und Vielfalt. Beides schafft Lebensqualität. Das Land will, dass die Städte auch in Zukunft für die Menschen als Kommunikations- und Handelszentren attraktiv sind, und dazu brauchen wir Bündnispartner.

 


Die Kooperationen

„Ab in die Mitte!"

Die City-Offensive NRW“ ist eine bislang einzigartige Kooperation zwischen dem Ministerium für Städtebau und Wohnen, Kultur und Sport, dem Städtetag NRW, den Einzelhandelsverbänden und namhaften Kaufhäusern. Wir sind eine Partnerschaft eingegangen, um mit vereinten Kräften eine Offensive für die Innenstadt zu starten. Dieses Public-Private-Partnership (PPP) erweitert den Blickwinkel. Es ermöglicht Problemfelder aus verschiedenen Perspektiven zu analysieren, Handlungsbedarf zu erkennen und gemeinsame Lösungswege zu erarbeiten. Öffentliche wie private Kräfte arbeiten für die gemeinsam gesteckten Ziele effektiv zusammen. So lassen sich optimale Konzepte für die Stadt erarbeiten und umsetzt.

 


Dabei sind die in einer Stadt angesiedelten Firmen und Betriebe wichtige Partner für die Zukunft gerade der Zentren: Dem Handel, der Gastronomie und den Kinobetreibern, aber auch Banken und Versicherungen eröffnen sich neue Chancen, wenn sie sich gemeinsam für die Zukunft der Städte engagieren.

 

Die Vorteile liegen auf der Hand: Mit attraktiven Innenstädten lässt sich Kaufkraft binden. Unsere Städte sollen aber nicht nur starke Wirtschaftsstandorte sein, sondern auch attraktive Standorte zum Leben. Deshalb fördern wir kulturelle Kooperation.

 

PPP ist nicht nur ein Schlagwort, sondern ein notwendiges Programm für attraktive Innenstädte. Das Land schafft die Rahmenbedingungen, damit die Städte ihre Kreativität und ihren Mut zu innovativen Ideen und Lösungen auch tatsächlich erfolgreich umsetzen können.

 


Die Realisation

Die Veranstaltungen von „Ab in die Mitte!“ sind auf die lokalen Gegebenheiten abgstimmt. So stärken sie das individuelle Profil der Städte. Die Stadt Bonn zum Beispiel setzte ihrem berühmten Sohn Ludwig van Beethoven im Jahr 2000 ein ungewöhnliches Denkmal, indem sie seine Musik an ungewöhnlichen Orten erklingen ließ: Die Kompositionen waren in den Straßen und Schaufenstern zu hören.

 

In Vlotho besann man sich auf das historische Potenzial der Stadt. Durch das Engagement von Bürgerinnen und Bürgern wurden historische Wegführungen und Plätze wieder entdeckt und in originellen Lichtinstallationen neu in Szene gesetzt.

 

 


In Gelsenkirchen bildeten Tiere den Themenschwerpunkt der Aktionen, insgesamt 125 kunstvoll gestaltete Pferdeskulpturen waren in der Stadt neu zu entdecken. Zahlreiche Areale der Stadt wurden kurzfristig für Kunst und Veranstaltungen umfunktioniert und gaben so kulturellen Inhalten einen ungewöhnlichen Rahmen.

 


In Lemgo kamen Tausende von Menschen zu der Veranstaltung „Erlebniswelt Renaissance“ mit Lichtvisionen, Klangwelten und einer Mega-Galerie. In der Galerie wurden 25 bis zu acht Meter große Bilder mit Vergrößerungen von Ornamenten und Figuren in verschiedenen Fassaden des historischen Stadtkerns von Lemgo präsentiert.

 

Die City von Oberhausen wurde im Rahmen der Kunstmeile Oberhausen zu einem ungewöhnlichen Schauplatz für Aktionen. Mehr als 250 Künstlerinnen und Künstler präsentierten an kuriosen Orten Bilder und Skulpturen, veranstalteten Performances, Aktionen und Lesungen. Für acht Tage wurden 160 Schaufenster sowie Straßen und Plätze zu spektakulären Kunst-Orten.


 

Große Resonanz fanden auch zielgruppenspezifische Veranstaltungen – von Kindern bis zu Senioren – für alle war etwas dabei.

 

Das Projekt „Ab in die Mitte!“ hat dazu beigetragen, die Wahrnehmung für die unverwechselbare Besonderheit der einzelnen Städte zu schärfen. Damit haben wir sicher auch einen Beitrag dazu geleistet, die Bürgerinnen und Bürger auch künftig für ein Engagement in der eigenen Stadt zu motivieren.

 

Bilanz und Ausblick


 

Für die Wiederentdeckung der Innenstädte ist Kultur ein besonders geeignetes Mittel, um Aufmerksamkeit zu erzeugen. Deshalb ist es gut und richtig, wenn wir Kunst- und Kulturveranstal-

tungen aktiv unterstützen. Gerade die Kultur ist es, die Selbstbewusstsein und bürgerschaft-

liche Identität stiftet, die wir in einer größer werdenden Europäischen Gemeinschaft dringend brauchen. Wir wissen, wie wichtig Kunst und Kultur für das friedvolle Miteinander der Menschen sind. Wir müssen deshalb fruchtbare Rahmenbedingungen für Kunst und Kultur schaffen. Dazu brauchen wir eine „Kulturfraktion“, nämlich Menschen aus allen Bereichen des öffentlichen Lebens, denen Kultur wichtig ist, die sich dafür interessieren und engagieren und die wissen, dass Kultur mehr ist als ein reiner Standortfaktor.

 

Attraktive Freizeitgestaltung ist nicht nur mit Entertainment zu erreichen. Wir wollen in der Freizeitgesellschaft mit ihrer expandierenden Ereigniskultur eine Kulturpolitik stärken, die neben Zerstreuung, Unterhaltung und Genuss Inhalte transportiert und Visionen entwickelt, die provoziert und die zum Nachdenken anregt.

 

Diese Beispiele machen deutlich: Das Projekt „Ab in die Mitte! Die City-Offensive NRW“ funktioniert tatsächlich am besten nach dem Prinzip der Public Private Partnership. Das Modell ist gut dazu geeignet, gemeinsame Interessen zu ermitteln und Grundlagen der Zusammenarbeit zwischen Stadtmarketing und Stadtentwicklung zu schaffen. Die Partner, die sich an PPP beteiligen, bekommen mit der Kooperation eine Möglichkeit, erstarrte Strukturen aufzubrechen. Der Erfolg von „Ab in die Mitte!“ zeigt, dass Allianzen mit der Wirtschaft tragfähig sind.

 

 


Unternehmensbeiträge:

JT International Germany – Von Trier aus in alle Welt
IfW – Von der Grundlagenforschung zur Praxisanwendung
Hochschule Furtwangen – Studieren auf höchstem Niveau
Attraktiver Campus für Wissenschaftund Wirtschaft mit hoher Lebensqualität
Informatik-Forschung auf Spitzenniveau

Autorenbeiträge:

Spitzenforschung fördern – Neuro Science Cen­ter für die Universitätsmedizin Frankfurt
Unternehmen Fachhochschule – FH Neu-Ulm mit starken Praxisbezug
Technische Universität Chemnitz – Hightech-Uni mit Profil
LMU – forschungsstark und innovativ für den Wissenschaftsstandort München
Universität des Saarlandes – Grenzen überwinden